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Fotoauftrag: Interview mit einem Manager

Interview mit einem Geschäftsmann, fotografiert vom Hamburger Fotografen Bernhard Classen

Während im Sommer ein Porträt-Fotoshooting dem nächsten folgte, dominiert in den aktuellen Wintermonaten die Eventfotografie mit Kongressen, Messen und Firmenfeiern.
Da bot der hier beschriebene Fotoauftrag eines namhaften Versicherungsunternehmens aus Hamburg eine willkommene Abwechslung. Meine Aufgabe bestand darin, ein Interview mit einem Geschäftsmann zu dokumentieren. Die Fotoaufnahmen werden später gemeinsam mit dem Interview in einem Firmenmagazin publiziert.

Fotografische Dokumentation von Interviews

Die Herausforderung der Interviewfotografie besteht für mich als Fotograf darin, in einem mir in der Regel unbekannten Umfeld in wenigen Augenblicken die fotografische Umsetzung zu entscheiden.

Die Räumlichkeiten sind oftmals etwas beengt.
20 Quadratmeter Büro mit Schreibtisch, Zimmerpflanze, zusätzlicher Sitzecke, Büroschränken und insgesamt 4 Stühlen. Wenn sich dort zusätzlich noch mehrere Personen aufhalten und die mobile Blitzanlage aufgebaut wird, besteht kaum noch Bewegungsspielraum.

Das erste Augenmerk gilt in der Fotografie der Lichtführung. Wo befinden sich die Fenster? Scheint dort eventuell direkt die Mittagssonne hinein, so dass diese Lichtquelle bei den Fotoaufnahmen in jedem Fall mit zu berücksichtigen ist? Oder handelt es sich um einen fensterlosen Raum mit dunklen Möbeln, so dass eventuell eine kontrastreiche Ausleuchtung ein stimmungsvolles Foto erzeugt?

Nach wenigen Sekunden wird der Fotograf in der Regel gefragt, wo sich die mitwirkenden Personen hinsetzen sollen. Der Fokus liegt in diesem Fall natürlich auf der Person, die interviewt wird. Aber auch dessen Gesprächspartner sollen stimmig mit in das Foto integriert werden können. Wie sieht der jeweilige Hintergrund aus? Hängen dort störende Bilder an den Wänden oder wächst eine Zimmerpflanze aus dem Kopf? Wie können die vorhandenen Requisiten wie z.B. Kaffeetassen, Schreibutensilien, Tonbänder etc. integriert werden?

Mit einer stimmigen Lichtführung und einer mit Bedacht gewählten Aufnahmeposition lassen sich all diese Herausforderungen fotografisch gut meistern.

Nach 10 Minuten sind die Fotos angefertigt

Die von mir bisher fotografierten Interviews haben ganz unterschiedlich lange gedauert.
Das kürzeste Interview Betrug höchstens 5min. Der Manager hatte damals nicht mehr Zeit zur Verfügung stehen und die verbliebenen Fragen wurden im Nachhinein schriftlich beantwortet. Der Termin fand eigentlich nur für mich, den Fotografen statt, damit der Beitrag später illustriert werden konnte.
Weitwinkelaufnahmen mit Übersichten direkt am Tisch, Porträtaufnahmen des interviewten Managers, in Ergänzung Fotos gemeinsam mit dessen Gesprächspartnern, dann zum Auffrischen noch einige dynamische und ungewohnte Perspektiven – 5min sind dafür sicher das minimal vorstellbare Zeitfenster.

Ich habe aber auch schon Interviews erlebt, die 1 Stunde in Anspruch nahmen. Dennoch sollte man möglichst versuchen, nach 10min die Fotoaufnahmen vollständig angefertigt zu haben. Erstens werden die Menschen auf den Fotos nach 1 Stunde gewiss nicht frischer und ansprechender aussehen und 1 Stunde Blitzlicht wäre ebenfalls eine unnötige Zumutung.

Und so konnte ich auch bei diesem Fotoauftrag in Hamburg nach etwa 10 Minuten meine Apparate ausschalten und unauffällig am Rande des Geschehens abwarten, bis das Interview nach etwa 30min abgeschlossen war.

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